STAMMZELLENTHERAPIE (ACASVF®)

Was sind Stammzellen?

Es handelt sich um Körperzellen, die sich in verschiedene Zelltypen oder Gewebe entwickeln können.

Welche Stammzellen gibt es?

 

  1. Embryonale Stammzellen: können sich in alle Körper- und auch Keimzellen ausdifferenzieren. Man nennt sie daher auch  pluripotente Stammzellen. Sie werden aus Eizellen gewonnen („KLONEN“).
  2. Induzierte pluripotente Stammzellen: werden aus adulten multipotenten Stammzellen gewonnen und durch genetische Reprogrammierung in pluripotente Stammzellen umgewandelt. 
  3. Adulte Stammzellen: alle Stammzellen, die nach der Geburt im Organismus vorkommen.Sie haben ein deutlich geringeres Selbsterneuerungsvermögen und ein eingeschränkteres Differenzierungspotential als embryonale Stammzellen. Sie werden daher auch multipotente Stammzellen genannt. Sind schon vordifferenziert und können sich nur mehr in gewisse Zellen weiterentwickeln. Man unterscheidet hier blutbildende (hämatopoetische) und gewebebildende (mesenchymale) Stammzellen.

Wo kommen Stammzellen im Körper vor?

Stammzellen wurden schon aus Knochenmark, Fettgewebe, Nabelschnurblut, Skelettmuskel, Haut, Menstruationsblut, Gehirn, Leber, Darm, Bauchspeicheldrüse …. isoliert.

Sie sind in jedem Individuum verfügbar, so dass der Gewebsersatzes durch körpereigene (autologe) Zellen gegeben ist (Tissue Engineering).

Der Vorteil autologer Zellen liegt in der fehlenden Immunogenität, d. h. die transplantierten Zellen werden vom Immunsystem nicht als fremd erkannt.

Eine maligne Entartung konnte bei der klinischen Verwendung von adulten Stammzellen bisher nicht beobachtet werden.

Von wo werden in der Orthopädie/Unfallchirurgie Stammzellen zumeist entnommen?

1. Knochenmark: Bei der Knochenmarkspunktion werden mit einer speziellen Punktionsnadel aus dem hintern Beckenkamm Knochenmarkszellen angesaugt.

Der Eingriff findet unter lokaler Betäubung statt. Das Absaugen verursacht einen kurzen stechenden Schmerz.

Mesenchymale Stammzellen machen nur einen sehr geringen Anteil aller Zellen im Knochenmark aus (1:10.000; die meisten sind blutbildende Stammzellen).

Die Bezeichnung „skelettale Stammzelle“ wäre besser geeignet um diesen Zelltyp zu beschreiben, da sich die Stammzellen in alle drei Gewebe differenzieren können, die das Skelett bilden: Knochen, Knorpel und Fettgewebe.

Häufig gehen die transplantierten Stammzellen schnell wieder aus dem Körper verloren.

Die Zellen bleiben nicht stabile Knorpelzellen, sondern entwickeln sich weiter zu Knochenzellen.

Im Labor kann man allerdings den Signalweg der Zelle vom Knorpel zum Knochen bereits blockieren und damit dauerhaftes Knorpelgewebe züchten.

2. Fettgewebe: Mesenchymale Stammzellen sind im ganzen Körper verbreitet, aber nur im Fettgewebe kommen sie in sehr großer Zahl vor (1000 x mehr als im Knochenmark). 

Fettzellen

Das Absaugen von Fettgewebe (Liposuktion) wird mit großen perforierten Nadeln durchgeführt.

Eine Behandlung mit Enzymen (in Ö nicht zugelassen) oder mechanisch durch Ultraschall oder Zentrifugation trennt das Fett in seine Bestandteile auf. Diese Stromale-vaskuläre Fraktion (SVF) ist ein Gemisch aus unterschiedlichen Zellen (Präadipozyten, Endothelzellen, Muskelzellen, Fibroblasten, Makrophagen und Blutzellen). Um das Gemisch weiter aufzutrennen, wird es neuerlich zentrifugiert.

Mit diesem einfachen Verfahren werden oft hunderte Millionen Stammzellen gewonnen - ein Vielfaches von dem, was aus Knochenmark erhältlich ist.

Diese adipösen mesenchymalen Stammzellen können Fettgewebe, Knochen und Knorpel regenerieren und setzen Wachstumsfaktoren (Gewebeheilung) und Zytokine (dämpfen das überschießende Immunsystem) frei.

Welche Vorteile hat die Stammzellentransplantation?

Es kommt zu einer Aktivierung körpereigener Selbstheilungskräfte.

Es gibt keine Immunabwehr gegen das körpereigene Material. 

Welche Nachteile hat die Stammzellentherapie?

Es besteht ein geringes Infektionsrisiko.

Die rechtliche Situation in Österreich ist noch unklar.

Welche Ergebnisse konnten bei Arthrose (Grad I-III) bislang nachgewiesen werden?

Die Mobilität konnte verbessert und Schmerzen für 6 Monate - 2 Jahre reduziert werden.

Ein Schmierungseffekt für das Gelenkes ist bewiesen.

Im Kaninchenmodell wurde die Knorpeldegeneration, Osteophytenbildung (Knochenwulste) und die Schleimhautentzündung (Synovitis) gehemmt.

Ob es beim Menschen zu einer dauerhaften Heilung von Knorpelschäden kommen kann ist noch nicht bewiesen.

Welche Fragen sind derzeit noch offen?

Wie verhalten sich mesenchymlae Stammzellen nach einer Transplantation im Patienten? 

Wie kann dieses Verhalten kontrolliert werden?

Wie kann man sie an die richtige Stelle im Patienten transplantieren, um dort effektiv ihre Funktion zu erfüllen?

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