LÄUFERKNIE (TRACTUSSYNDROM)

Was versteht man unter einem Läuferknie?

Die Ursache liegt in einer Überbeanspruchung der Sehnenplatte durch Druck des äußeren Knochenvorsprunges des Kniegelenkes auf den Tractus iliotibialis.
Es tritt bevorzugt bei Läufern, gelegentlich bei Radfahrern auf.

Welche Ursachen gibt es dafür?

Zu häufige oder intensive Trainingseinheiten, ein zu schneller Trainingsaufbau, ein falscher Laufstil und Laufen auf nach außen abschüssigem Untergrund sind als methodische Fehler zu sehen.
Anatomische Ursachen, die die Überbeanspruchung begünstigen sind O-Beine oder Beinlängendifferenzen.
Desweitern kommt eine zu starke Supination (Abrollen des Fußes über die Außenkante) beim Laufen oder unpassendes Schuhwerk als Ursache in Frage.
Auch durch eine einseitig schwache Rumpfmuskulatur kippt die Spielbeinseite beim Laufen nach unten ab, wodurch sich die Zugkraft des Tractus erhöht.

Welche Symptome verursacht ein Tractussyndrom?

Läuferknie: Schmerzen am lateralen Epicondyl

Anfangs verspürt der Läufer leichte Schmerzen außenseitig am Kniegelenk im Anschluss an das Training.
In weiterer Folge entwickelt sich das klassische Bild des Tractussyndroms mit außenseitigen Schmerzen zunächst während des Laufens, dann beim Treppensteigen und später auch schon beim Gehen, die nach etwa 15 Minuten auftreten und zum Abbruch der Belastung zwingen.

Wie diagnostiziert man ein Läuferknie?

Neben dem typischen klinischen Befund kann man in einer MRT den Flüssigkeitssaum zwischen Tractus und Knochen erkennen.
Um die Ursache abzuklären ist ein orthopädischer Befund und eine Lauf- und Schuhanalyse wichtig.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Im Akutstadium können entzündungshemmende Tablette, Salben und ätherische Ölmischungen verwendet werden.
Eine Lauf-/Radpause sollte unbedingt eingehalten werden. Keinesfalls in den Schmerz hineinlaufen! Evtl. vorrübergehend auf schmerzfrei Sportarten umsteigen.
Priorität hat eine gezielte Physiotherapie mit Training der Rumpf-, Hüft- und Gesäßmuskulatur.
Zusätzlich können Dehnungsübungen des Tractus iliotibialis und myofasziale Techniken (Blackroll) Lockerung der Muskulatur und Faszien sinnvoll sein.
Ein Kinesiotape im Verlauf des Tractus wird empfohlen.
Eine Lauf- und Ganganalyse mit einer Verbesserung der Lauftechnik ist genauso wichtig wie ein an den entsprechenden Laufstil angepasstes Schuhwerk.
Unter anderem ist die Versorgung mit Einlagen z.B. bei O-Beinen oder Fußfehlstellungen zu empfehlen. Zu starke Pronationsstützen sollten vermieden werden.
Auch bei Radfahrern kann man nach einer Videoanalyse die Sitzposition verbessern und evtl. Einlagen verordnen
Eine Stoßwellentherapie hat sich in manchen Fällen bewährt.
Lokale Infiltrationen mit thrombozytenreichem Plasma (ACP) oder Cortison kann bei therapieresistenten Fällen oder zur Beschleunigung der Heilung eingesetzt werden.

Nach Abklingen der Beschwerden ist ein langsamer Wiedereinstieg in den Trainingsalltag erforderlich. Aufwärmen und Dehnungsübungen sollten die Regel sein.

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