PATELLASPITZENSYNDROM (SPRINGERKNIE)

Was versteht man unter einem Springerknie?

Es handelt sich dabei um ein degeneratives Überlastungssyndrom der Patellasehne an der Kniescheibenspitze.

Welche Ursachen gibt es dafür?

Verursacht wird die Erkrankung durch eine wiederholte (intensives Training) oder ungewohnte (Anfänger) Zugbelastung der Sehne. Besonders betroffen sind Sportler, die viel Springen müssen – Jumpers Knee. 

Die höchste Last wirkt auf die Patellarsehne beim Abbremsen nach einem Sprung oder beim plötzlichen Stoppen aus dem Lauf. Die Sehne ist der exzentrischen Kraft nicht gewachsen.

Vor dem 15. Lebensjahr handelt es sich um einen Morbus Sinding-Larsen.

Begünstigt wird das Auftreten bei Kniescheibenhochstand, verkürzter Muskulatur oder angeborener Bänderschwäche.

Welche Symptome macht das Patellaspitzensyndrom?

Springerknie: Schmerzen an der Kniescheibenspitze

Je nach Stadium der Erkrankungen werden nach Roels et al. folgende Grade unterschieden:

Grad 1: Schmerzen nach Beendigung der Belastung.

Grad 2: Schmerz bei Beginn der Belastung, der während der Belastung verschwindet und nach Beendigung wieder auftritt.

Grad 3: Andauernder Schmerz, der zur Sportaufgabe zwingt.

Grad 4: Riss der Patellarsehne

Wie diagnostiziert man ein Patellaspitzensyndrom?

Klinisch zeit sich der klassische Druckschmerz an der Kniescheibenspitze. Je nach Stadium belastungsabhängiger, wechselnder oder Dauerschmerz.

Im Ultraschall erkennt man eine Verdickung der Sehne, im MRT stellt sich ein Ödem des Sehnenursprunges und gelegentlich der Kniescheibenspitze dar.

Welche konservativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei Auftreten von Beschwerden müssen Sprung- und Laufbelastungen gestoppt werden.

In der Akutphase kommen Kälte-Wärmebehandlungen, Strom, Ultraschall und Massage zur Anwendung. 

Lokale Einreibungen mit Salben und ätherischen Ölmischungen sollten gemacht werden.

Patella Band ((Bild Schaper Healthcare GmbH))

Eine Stoßwellenbehandlung hat sich bewährt.

Eine Patellabandage oder ein Patellaband mit einer Pelotte wird unter der Kniescheibe angelegt und entlastet die Sehne. Kinesiotapes finden sowohl in der Prophylaxe, als auch in der Rehabilitation breite Anwendung.

Auch die Infiltration mit thromozytenreichem Plasma (ACP 5 x im wöchentlichen Abstand) oder homöopatischen Substanzen (Traumeel, Zeel) kann durchgeführt werden. Cortison sollte nicht direkt ins Sehnengewebe injiziert werden, da es das Risiko von Sehnenabrissen erhöht.

An eine allfällige Einlagenversorgung bei Fußdeformitäten sollte gedacht werden.

Das Ziel der Physiotherapie ist es, durch ein gezieltes exzentrisches Trainingsprogramm und steigernde Belastung die Widerstandskraft der Sehne zu erhöhen. Zusätzlich sollen Dehnungsübungen die Last auf die Sehne verringern. Die Patienten müssen jeden Tag für mindestens 6 Wochen trainieren. Bemerken sie eine Besserung, kann man das Programm reduzieren, aber nicht unterbrechen! Die Übungen können erlernt und zu Hause durchgeführt werden. Meist reicht schon eine halbe Stunde täglich aus. Sportausübung ist zwar erlaubt (z.B. Radfahren, Crosstrainer oder Aquajogging), Aktivitäten, die Schmerz verursachen sind aber unbedingt zu vermeiden! 

PROGRAMM:

  1. AUFWÄRMEN: 5 Minuten
  2. DEHNUNGSÜBUNGEN FÜR DEN QUADRIZEPS UND DIE HAMSTRINGS:   3 – 5 Wiederholungen für je 30 Sekunden.
  3. EXZENTRISCHE ÜBUNGEN:  

Der Patient beginnt stehend, geht in die Hocke, bremst ab und steht wieder auf.

Anfangs 3 x 10 Wiederholungen. Im Laufe der Zeit auf 5 x 20 Wiederholungen steigern.

Die Last auf die Sehne kann durch die Übungsgeschwindigkeit verstärkt werden. (Anfang der Woche langsam, in der Mitte moderat und am Ende der Woche schnell).

Wenn die schnellen Übungen schmerzfrei möglich sind, sollte die Belastung durch Gewichte auf den Schultern erhöht werden.

(Alternativ sind auch Sprünge aus ansteigender Höhe möglich.)

  1. NEUERLICHE DEHNUNGSÜBUNGEN FÜR DEN QUADRIZEPS UND DIE HAMSTRINGS
  2. EISBEHANDLUNG: 5-10 Minuten

Nach dem Abklingen der Symptome ist ein korrektes Aufwärmen vor dem Sport und die Durchführung entsprechende Dehnungsübungen essentiell. Um einen raschen Rückfall zu vermeiden, sollte die Trainingsintensität nur langsam gesteigert werden. 

Welche operativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Nur in seltenen Fällen ist eine operative Behandlung notwendig. 

Die Entfernung des Sehnengleitgewebes, Längsspaltungen, Entfernung des degenerativen Gewebes, Denervierung der Sehnenumgebung und Anbohren oder Entfernen des unteren Patellapols kommen als Therapiemöglichkeiten in Frage. 

Eine gerissene Petallasehne muss operativ refixiert werden. Eine postoperative Ruhigstellung von 6 Wochen und anschließende Bewegungstherapie ist dann erforderlich.

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